Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern
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Röbel
Kirche St. Marien | evangelisch
Die Marienkirche Röbel im Landkreis Müritz steht vermutlich am Ort eines slawischen Heiligtums, mit deren Bau in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts begonnen wurde. 1849-1851 erfolgte eine umfassende Restaurierung unter Leitung des Schweriner Baurats Johann Ludwig F. Krüger. Die Innenraumgestaltung gilt als die erste völlig stilgemäß ausgeführte Kirchenrestaurierung in Mecklenburg.
Beschreibung Galerie Lage/Anschrift  
 
Außenansicht:
Die Marienkirche steht im ehemaligen Alt-Röbel, vermutlich am Ort eines slawischen Heiligtums, das nach der Christianisierung einer kleinen Holzkirche weichen musste. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde mit dem Bau einer steinernen Kirche mit Priesterpforte begonnen, die 1227 geweiht wurde und in seiner Ausdehnung etwa dem heutigen Chor entspricht. 1340 wurde diese erste Kirche erweitert und an den zweijochigen Saalbau das Langhaus angesetzt. Der Sakristeianbau ist vermutlich späteren Datums. Gewölbe von Chor und Sakristei sind etwa der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts zuzuordnen. Die Einwölbung des zweijochigen Langhauses erfolgte im 15. Jahrhundert. Eine Sturmflut 1714 spülte einen Teil des Kirchhügels weg und unterspülte die Fundamente der Kirche. Wegen Rissen im Altarraum wurden Stützpfeiler erforderlich. 1849-1851 erfolgte eine umfassende Restaurierung unter Leitung des Schweriner Baurats Johann Ludwig F. Krüger. Heute zeigt sich die Kirche als dreischiffige Backsteinhalle zu zwei Jochen und gerade anschließendem zweijochigen Chor und quadratischen Westturm. Stufenportal im Westen zeigt aufgeblendete Treppengiebel und eine Kreuzigungsgruppe darüber. Die Gesimse weisen Formmaßwerk und Formsteinfriese auf. Das Langhaus hat teilweise einen Sockel aus gemauerten Feldsteinen. Unter der Traufe ist ein Friesband aus Formziegelmaßwerk, Deutschem Band und Blendfries mit Putzstreifen angebracht. Die Giebel zieren Spitzbogenblenden, die Kanten des Langhauses Ecklisenen. Im mittleren Joch ist zu beiden Seiten ein mehrstufiges Portal. Das auf der Nordseite weist Rundstäbe im Gewände mit Knospenkapitellen, das an der Südseite Kelchkapitelle und über dem Portal ein kleines dreieckiges Maßwerkfeld als Frühform eines Wimpergs auf. Bei den Rundstäben in den Archivolten wechseln sich Glasurziegel mit unglasierten ab. Die Sakristei an der Nordseite des Chorjoches hat einen Staffelgiebel mit Spitzbogenblenden und Putzstreifen. Ebenfalls dort die jetzt vermauerte Priesterpforte mit als Menschenkopf gestalteten Scheitelstein.
 
Innenansicht:
Die Innenraumgestaltung gilt als die erste völlig stilgemäß ausgeführte Kirchenrestaurierung in Mecklenburg. Die 1850 im Chor entdeckte szenische und ornamentale Ausmalung aus der Zeit 1360 und 1380 wurde nach ihrer Dokumentation wieder übertüncht. Die neugotische Ausstattung samt Kanzel und Taufstein aus der Zeit der Renovierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts. 1923 entstand im Vorjoch eine Winterkirche. Das Mittelschiff überspannt Sterngewölbe mit Scheitelrippen, das auf rechteckigen Pfeilern und mittig angesetzten halbrunden Pfeilervorlagen ruht. Im Mittelschiff sind die Gewölberippen als Birnstab, in den Nebenschiffen als Vierkantstäbe gestaltet. Das Gewände der Fensterbahnen ist gestuft. Der spätromanische Chor aus zwei Jochen hat ein gebustes Kreuzrippengewölbe und runde Rippen. Langhaus und Chor verbindet ein Triumphbogen in Form eines Spitzbogens. Die Chorwände sind ziegelrot mit weißen Fugen. Im Chor befindet sich beiderseits neugotisches Herrengestühl mit geschnitzten Wappen der früheren Güter Gotthun und Groß Kelle und auf jeder Wandseite eine spätgotische Schnitzfigur einer weiblichen Heiligen und des auferstandenen Christus. Neugotische Ausstattung stammt aus der Mitte 19. Jahrhunderts. Der Altar besteht aus Mensa mit Balustrade und einem neugotischen Retabel. Das Altarbild Abendmahl wurde 1852 vom Schweriner Hofmaler Gaston Lenthe gemalt. Auch die Glasmalerei in den Chornstirnfenstern mit Motiven wurden nach Entwürfen von Lenthe in der Werkstatt Ernst Gillmeister in Schwerin gearbeitet. Das mittlere Fenster zeigt die Auferstehung Christi, die Seitenfenster die vier Evangelisten. Der Hinterraum des Altars ist abgeschrankt und durch zwei spitzbogige, wimpergbekrönte Durchgänge zu betreten.

Die neugotische Kanzel ruht auf hölzernem Pfeiler mit Kapitell und ist im Korb mit Maßwerkschmuck und Schnitzfiguren von Mose, Jesaja sowie die Apostel Paulus und Matthäus versehen. Der Schalldeckel der Kanzel wurde wie ein durchbrochener Turmhelm gestaltet. Das Taufbecken aus Sandstein ist im neugotischen Stil gehalten und weist im Sockel Figuren der Evangelisten auf. Der im Seitenschiff aufgestellte Schnitzaltar ist wahrscheinlich der ursprüngliche Seitenaltar, stammt aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts und zeigt im Mittelschrein eine Mondsichelmadonna sowie in den Kastenflügeln acht Heiligenfiguren. Die mit süddeutschen Formen versehene Triumphkreuzgruppe ist seit Ende des 19. Jahrhunderts im Nebenschiff angebracht und stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sie ähnelt der Gruppe aus der Güstrower Pfarrkirche St. Marien. Zwei Grabsteine enthalten Ritzzeichnungen der Verstorbenen, des Vikars von Alt-Röbel Petrus Rodemolner und des Propstes Johannes von Morin. Beide starben 1412. Zwischen beiden Platten steht ein gusseisernes Grabkreuz für den Prediger F.L.H. Niederhöffer, der 1835 starb.
 
Orgel:
Die Orgel mit neugotischem Prospekt von 1822 erbaute Johann Schmidt aus Malchin. Sie wurde 1852 durch Friedrich Hermann Lütkemüller aus Wittstock umgearbeitet und auf 24 Register erweitert. Sie wurde 2003/04 von der Firma Schuke in Potsdam weitgehend nach dem Klangbild der Orgel von 1874 restauriert.
 
Glocken:

Anzahl: 3   Herstellungsjahr: 1952
Hersteller: Schilling, Apolda

Der Turm über vier Geschosse, Obergeschoss ist als Achteck ausgebildet, hat vier Fialtürmchen an den Kanten und im obersten Geschoss eine Maßwerkbalustrade. Die Seiten des Turm-Oktogons enden in Dreiecksgiebeln, der Turmhelm ist achtseitig. Das Turmjoch ist durch vier Arkadennischen gegliedert. Drei Bronzeglocken aus dem Jahr 1577 wurden 1851 umgegossen. 1917 wurden die beiden größeren Glocken abgegeben und ersetzt, später aber erneut zerschlagen. Neue Glocken wurde 1952 bzw. 1961 geweiht, die von der Firma Schilling in Apolda gegossen wurden. Im Turm befindet sich außerdem noch eine so genannte Zuckerhutglocke aus dem 13. Jahrhundert., die aber nicht mit dem Geläut verbunden ist.
 
Friedhof:
1855 erfolgte die Gestaltung des Kirchhofes mit Umfriedungsmauer und zwei Eingangsportalen.